Chorleitung

„Meine Liebe zur klassischen Musik entdeckte ich relativ spät mit dem bekannten Gitarrenstück „jeux interdits“. Aus einem Studium wurde aber vorerst nichts, das Üben im stillen Kämmerlein war mir zu einsam. Als Spätberufener begann ich dann 27-jährig mit dem Violoncello-Studium bei Klara Tanner in Schaffhausen, welches ich mit dem Lehrdiplom abschloss. Es folgten das Lehrdiplom SMPV für Sologesang bei Irene Pellmont und der „Höhere Studienausweis“ für Dirigieren am Konservatorium Luzern bei Thüring Bräm. Seit 1989 unterrichte ich als Violoncello-Lehrer in Münchenstein und Arlesheim.

Als Chorleiter bin ich seit 1985 in verschiedenen Formationen tätig,  seit 1999 leite ich den Motettenchor und ein Jahr später übernahm ich den Tablater Konzertchor.

Als Musiker interessiert mich in erster Linie das unmittelbare Erleben der subjektiven Wahrheit, bzw. der wie auch immer gearteten Energie, die hinter dem Notentext steht. Das ganze Leben in all seinen Bereichen und Wahrnehmungen kann in musikalischer Gestalt ausgedrückt werden; so kann die Beschäftigung mit grosser Musik  neue und unbekannte Facetten seelischen Erlebens zugänglich machen.

Persönliche Höhepunkte in diesem Sinne waren für mich, neben der Matthäus-Passion von Bach, welche in ihrer Komplexität nicht zu beschreiben ist,  die „Membra Jesu Nostri“ von Buxtehude mit ihrer Liebes-Mystik, die „Vigil“ von Rachmaninow mit ihren nie zuvor erlebten Farbtönen und Engelsgestalten,  der „Judas Ischarioth“ von David Wohnlich mit seiner eindringlichen Vermittlung von Verlassenheit  oder die Liebeslieder-Walzer von Brahms, wo ich mit dem Komponisten sozusagen bei einem nächtlichen Glas Wein sitzen konnte. So freue ich mich auf die immer neuen Entdeckungen, welche ich meiner Arbeit als Chorleiter und der  Beschäftigung mit der Musik verdanke.“